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Ein Adventkranz mit drei Kerzen? Ja, das gab es seinerzeit in Heiligenblut. Im ersten Teil unserer Geschichte haben wir erfahren, dass die „Erste Kerze“ vor dem Gottesdienst zum ersten Advent verschwunden war. Pfarrer Bartholomäus beauftragte den Mesner mit der Aufklärung des Falles. Wie`s weitergeht, erfahren wir heute:


Frau Liebhart will am frühen Freitagnachmittag eine halbe Stunde an der Orgel üben. Den Zeitpunkt wählt sie deshalb, weil durchs Kirchenfenster noch genug Tageslicht zur Orgel dringt. Heute trifft sie auf den Mesner, der eben den Altarraum mit frischen Zweigen schmückt. Die beiden besprechen den Diebstahl der vergangenen Woche.

„Er hätte anstelle der Ersten Kerze die Zweite Kerze entzünden können“, meint die Organistin. „Ich kann Pfarrer Bartholomäus verstehen“, antwortet der Mesner, „Erste Kerze weg bedeutet, dass es keine Erste Kerze gibt! Würde er mit der Zweiten Kerze beginnen, was wäre dann am vierten Adventsonntag? Welche Kerze würde er entzünden, wenn schon jede Kerze einen Platz vorgerückt ist?“ Frau Liebhart grübelt: „Gut, aber warum hat er keine andere Kerze als Ersatz für die fehlende Erste Kerze in den Adventkranz gesteckt?“

In diesem Augenblick hören die beiden die Kirchentür im hinteren Bereich ins Schloss fallen. Sofort läuft der Mesner zum Tor, öffnet dieses und ruft nach draußen: „Hallo! Wer ist da?“ Frau Liebhart setzt sich an die Orgel und übt ihr Präludium. Plötzlich hört sie den Mesner, dessen Verfolgungsjagd ohne Erfolg geblieben ist: „Frau Liebhart! Jetzt ist auch die Zweite Kerze weg!“


Um Himmels Willen! Auch das noch! Gut möglich, dass die Ministranten, die dem Mesner entwischen konnten, hinter der Sache stecken? Oder nimmt der Messner selbst die Kerzen vom Adventkranz? Wenn ja, warum denn? Die Organistin wird es wohl nicht gewesen sein, oder doch?

© Paul Sieberer,

... wie du mitraten kannst, steht in der aktuellen Ausgabe der KIRCHE bunt Nr. 49/2020

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  • Paul Sieberer

Die Natur wird schmunzeln ob unserer Sorge etwas zu verlieren ...

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Heiligenblut ist ein Alpendorf, von wo aus Menschen die Besteigung des Großglockners starten. Unterhalb des Ortskerns am steilen Hang gelegen steht die Pfarrkirche, die dem Heiligen Vinzenz von Valencia geweiht ist. Nur wenige Menschen wissen, was sich dort vor Jahrzehnten zugetragen hat:


Wie jedes Jahr bereitet Pfarrer Bartholomäus alles für den Gottesdienst am ersten Adventsonntag vor. Es ist ihm immer wichtig, die Menschen in besonderer Weise auf das Weihnachtsfest einzustimmen. Diesmal scheint aber alles außer Kontrolle zu geraten.

Die Gläubigen versammeln sich und warten auf den Messbeginn. Heute ist ein sonderbares Gemurmel in den Kirchenbänken zu hören, irgendetwas scheint nicht in Ordnung zu sein. Die helle Sakristei-Glocke ertönt, die Orgelmusik erklingt, Priester und Ministranten ziehen ein in Richtung Altarraum. Nun setzen sich alle. Der Blick des Pfarrers ist auf den großen Adventkranz gerichtet.

„Liebe Gläubige! Wie wir mittlerweile alle bemerkt haben, fehlt unsere erste Kerze! Nachdem ich heute schon ein paarmal hier im Kirchenraum zu tun hatte, kann ich genau sagen, dass die Kerze in der letzten Stunde entfernt worden sein muss. Es macht uns alle traurig, bringt uns in Unruhe. So können wir den Advent in gewohnter Weise nicht würdig feiern!“

Jetzt macht sich in der Kirche Betroffenheit breit. Herr Nussbaumer nützt die entstandene Stille und meldet sich zu Wort: „Ich werde die Kerze finden, Herr Pfarrer! Ich werde den Täter überführen, so wahr ich hier der Mesner bin!“ Pfarrer Bartholomäus ist damit einverstanden, alle in der Kirche nicken zustimmend.


Wer kann der Täter sein? Hat ein Bergsteiger die Kerze gestohlen? Waren es die beiden Ministranten, denen so ein „Lausbubenstreich“ zuzutrauen ist … oder gar der Mesner selbst? Vielleicht bringt uns die Fortsetzung in der nächsten Woche weiter …



© Paul Sieberer,

... wie du mitraten kannst, steht in der aktuellen Ausgabe der KIRCHE bunt Nr. 48/2020


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