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  • Paul Sieberer

Marianne?

Aktualisiert: Okt 1


Mein Beruf ist abwechslungsreich. Auch das Schreiben gehört dazu. Oftmals sind es Theaterstücke und Liedtexte, dann wieder Kurzgeschichten, aber auch Hörspiele so wie Reime für kleine Kindertaschenbücher.

An diesem heutigen Vormittag soll und will ich für einen Auftraggeber die Geschichte eines Mädchens erzählen, das liebend gerne in ihr Tagebuch schreibt. Um mich möglichst gut in die von mir „erdachten Menschen“ hineinfühlen zu können, ist es für mich besonders wichtig, eben diesen einen passenden Namen zu geben. Namen sind ausdruckstark, sie lassen in meinem Kopf Bilder entstehen, die ich im Verlauf der zu erfindenden Geschichte gut brauchen kann. Heute bin ich mir aber nicht sicher: „Ist Marianne der richtige Name für sie?“

Am Nachmittag bin ich mit meinem Hund auf einer großen Wiese spazieren, die in der Nähe des Lilienhofes, einem Mary Ward Haus, zu finden ist. Mir begegnet eine Ordensfrau, die mich freundlich fragt, ob sie meinem Hund ein paar Leckerlies geben darf. Sie hat immer ein paar davon in der Tasche. Wir beide genießen es ein wenig zu plaudern und tauschen uns über die Annehmlichkeiten eines Lebens mit Hunden aus. Nach einem frischen, lebendigen und humorvollen Gespräch verabschieden wir uns und gehen unsere Wege weiter.

„Wie ist ihr Name?“ will ich noch wissen, nachdem ich mich noch einmal umdrehe. „Marianne“, antwortet sie. Da soll mir noch einer sagen, dass Gott nicht mitdenkt!

© Paul Sieberer, veröffentlicht in KIRCHE bunt Nr. 38/2020

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